— ein brief —

Für Maria.

Keine Folien. Keine Fremdwörter.
Nur die Wahrheit, so einfach ich sie machen kann.
oder einfach scrollen
Eins · Was ich weiß

Ich weiß, was du denkst.

Schon wieder eine Firma. Schon wieder Geld für Computer. Schon wieder dieses jetzt klappts schon.

Du hast die anderen Versuche miterlebt. Du hast nichts gesagt — aber ich habe es gesehen. Die Abende, an denen ich schlecht geschlafen habe. Das Geld, das weg war. Den Stolz, der weh tat.

Und ja: ich gebe gerade wieder Geld aus. Für Computer-Werkzeuge. Für sogenannte Künstliche Intelligenz. Ich verstehe, dass du skeptisch bist.

Das wäre ich auch.

Deshalb dieser Brief. Nicht um dich zu überreden. Nur damit du weißt, was diesmal anders ist.

Zwei · Was diesmal anders ist

Drei Dinge. Hör mir zu.

i.

Es ist eine Familienfirma. Notariell.

Adrian: 34 % (Geschäftsführer). Anna-Maria: 33 %. Ralph: 33 %. Mike, Anna-Marias Lebensgefährte, arbeitet als Freelancer mit. Es gehört uns allen — schwarz auf weiß, beim Notar.

ii.

Ich verkaufe nichts, was im Lager liegt.

Die Leute zahlen monatlich — wie du Netflix zahlst. Jeden Monat aufs Neue. Das ist kein einmaliger Verkauf. Das ist ein Brunnen.

iii.

Die Maschinen arbeiten für mich.

Was ich früher mit zehn Mitarbeitern hätte machen müssen, machen jetzt Computer. Sie schlafen nie. Sie werden nicht krank. Sie kosten weniger als ein einziges Gehalt.

Drei · Was wir bauen

Stell dir eine Werkstatt vor.

Ich baue Werkzeuge. Aber nicht aus Holz oder Metall — aus Code. Aus Computer-Sprache.

Tantu

Das erste Werkzeug heißt Tantu. Es hilft Menschen, die ein Spiel spielen — ein Spiel mit Würfeln und Geschichten. Ähnlich wie Mensch-ärgere-dich-nicht, nur dass die Spieler eine ganze Welt erfinden, jeden Abend neu.

Diese Spieler sind frustriert. Sie müssen für jede Spielrunde stundenlang vorbereiten. Tantu nimmt ihnen diese Arbeit ab.

Und sie zahlen mir dafür jeden Monat ein paar Euro. Mehr nicht.

Aber Maria — Tantu ist nur der Anfang.
Eine Werkstatt baut viele Werkzeuge.

Vier · Was schon im Bau ist

Eine Werkstatt hat viele Werkzeuge.

Schon fast fertig — oder schon im Einsatz:

·

Tantu

Spielleiter-Software. Geht bald live. Das ist das Werkzeug, von dem ich am meisten erzähle.

·

Forstmaschinen-Gutachter

Sprachgesteuerte Gutachten-App für Sachverständige. 4 von 5 Phasen fertig — Phase 5 ist der Marktstart.

·

Nodoka

Familienorganisations-App. Läuft bereits — bei uns und bei Anna-Maria und Mike.

Und dann ist da eine Liste. Konkrete Ideen, alle dokumentiert:

  • · Vereinsverwaltung für ehrenamtliche Vereine
  • · Software für kleine Handwerksbetriebe
  • · Planungstool für Trödelmärkte
  • · Schulportal-Plattform
  • · Smart-Home-Zentrale (Hausautomation)
  • · Antolin-Ersatz für Schulen
  • + 15 weitere — insgesamt 21 dokumentierte Ideen

Wir bauen keine Firma um Tantu. Wir bauen eine Werkstatt, die viele Werkzeuge baut.

Die meisten Software-Anbieter da draußen sind teuer, überladen, veraltet. Wir können das besser. Schneller. Günstiger. Sicherer.

Fünf · Wie Geld entsteht

Jetzt rechnen wir.

Auf der Welt gibt es fünfzig Millionen Menschen, die dieses Spiel spielen. Fünfzig. Millionen.

Ich brauche davon nicht alle. Ich brauche nicht mal eines von hundert.

5.000 Kunden
× 10 € im Monat
DAS MACHT 50.000 € jeden Monat · wieder und wieder

Das ist kein Verkauf, der vorbei ist.
Das ist ein Brunnen.

Solange das Werkzeug gut ist, fließt es weiter.

Sechs · Wer wir sind

Die Firma gehört uns.

Drei Familienmitglieder mit notariellen Anteilen. Klare Rollen.

Adrian
Geschäftsführer · 34 %
Finanzen · Strategie · Ideen
Anna-Maria
Marketing · 33 %
Social Media · Content · Community
Ralph
Technik (CTO) · 33 %
Server · Software · Architektur

Mike, Anna-Marias Lebensgefährte, arbeitet als Freelancer mit — ohne Anteile, aber mit voller Energie. Sonderaufgaben, Geschäftliches.

Und dann sind da die Maschinen. Die Künstliche Intelligenz. Die arbeitet für uns wie dreißig Menschen. Tag und Nacht. Ohne Urlaub. Ohne Krankenstand.

Das ist es, wofür das Geld geht.
Nicht für Spielzeug. Für Mitarbeiter, die nicht schlafen.

Sieben · Was es wirklich kostet

Kein Geheimnis.

Hier sind die Zahlen — alle. Ehrlich:

Server (osinova-01)
30 €
Entwicklungs-Server (VPS-217)
12 €
KI für die Entwicklung (Claude Max)
185 €
Domains (3 × anteilig)
15 €
Mailbox.org Business
3 €
Backup (HiDrive)
5 €
Im Monat, komplett
~ 250 €

Das ist alles. Keine Werkstatt-Miete. Kein Lager. Keine Maschinen, die abgeschrieben werden. Plus einmalig: ein günstiges Tablet pro Person.

Und warum es nicht groß schiefgehen kann.

Adrian bekommt momentan Bürgergeld. Er beantragt jetzt Einstiegsgeld + Integrationsförderung — etwa + 300 € im Monat vom Staat, bis das Geschäft trägt.

Anna-Maria und ich machen es nebenbei. Per Werkvertrag. Keiner kündigt seinen Job.

Niemand verschuldet sich. Im schlimmsten Fall verlieren wir ein paar Monate Computermiete.

Das ist es, was diesmal anders ist.
Es ist gar kein Risiko mehr.

Acht · Was kommen kann

Realistisch. Diesmal untertreibe ich nicht.

in 6 Monaten
Tantu live + Gutachter im Verkauf. Erste zahlende Kunden. Erste echte Einnahmen.
in 1 Jahr
3–4 Produkte am Markt. Tantu, Gutachter, Nodoka — und wahrscheinlich Vereinsverwaltung. Ein zweites Gehalt für mich.
in 2 Jahren
Sicherheit. Eine etablierte Firma. Mehrere Produkte am Markt. Du musst nicht mehr am Monatsende rechnen.
in 3 Jahren
Freiheit. Reisen. Zeit für uns. Eine Wohnung, die uns gefällt. Zeit, die nicht verkauft werden muss.

Maria — je mehr ich unterwegs bin, desto mehr sehe ich. Die alten Software-Anbieter sind teuer, überladen, veraltet.

Wir können das besser. Schneller. Günstiger. Sicherer.

Und weil unsere Kosten so klein sind, ist das kein Wagnis mehr. Es ist eine Wette mit überschaubarem Einsatz und sehr großer Chance.

Es kann auch schiefgehen.
Aber dann verlieren wir ein paar Monate.
Kein Jahr. Keine Werkstatt. Keine Existenz.

Neun · Was ich brauche

Maria. Hör zu.

Ich brauche nicht, dass du das alles verstehst.

Du musst nicht wissen, wie ein Server funktioniert. Du musst nicht lernen, was Künstliche Intelligenz ist. Du musst dein Handy nicht ändern.

Ich brauche nur eines: dass du mir zutraust, dass ich diesmal weiß, was ich tue.

Und wenn ich abends spät noch am Computer sitze und mit der Maschine rede — dass du weißt:

Das ist Arbeit. Echte Arbeit. Sie sieht nur anders aus als früher.

Zehn · Das Ende
Danke.

Mehr will ich nicht von dir. Kein Ja. Kein Begeistert-Sein. Nur ein leises okay.

Den Rest mach ich.

Für all die Jahre.
Auch die schwierigen.
Besonders die schwierigen.

Ralph
Mai 2026